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2019.10.16

Kanda

Hijiribashi – Eine Brücke, die Ost und West verbindet


Es gibt in Kanda eine Brücke mit dem Namen Hijiribashi. Eigentlich ist sie näher an der Bahnstation Ochanomizu, aber die Adresse ist im Gebiet Kanda. Hijiri wird auf Japanisch mit dem Zeichen 聖 geschrieben. In der Lesung Hijiri beschreibt es im engeren Sinne einen weit gereisten bzw. gebildeten buddhistischen Priester. Die allgemeine Bedeutung des Zeichens beschreibt Personen mit reichem Wissen und hoher Tugend oder Heiligkeit im religiösen Sinne. Der Name wurde der Brücke gegeben, weil sie zwei heilige Orte verbinden, den Yushima Tempel und die Nikolaikirche, die sich auf den beiden Uferseiten befinden.

 

Die Hijiribashi ist mit einem Design konzipiert, das am besten wirkt, wenn man sie von einem Schiff aus betrachtet (Photo by Lover of Romance/ CC BY-SA 3.0)

Die Nikolaikirche als eine der berühmtesten Kirchen in Tokyo

Den Yushima Tempel haben wir bereits in einem vorherigen Artikel vorgestellt. Die Nikolaikirche kann man sehen, wenn man mit der Chūō-Linie oder der Sobu-Linie durch den Ochanomizu Bahnhof fährt. Den 35 Meter großen, blau-grünen Dom haben die meisten schon einmal gesehen, auch wenn sie den Namen der Kirche nicht kennen. Die Nikolaikirche heißt offiziell Holy Resurrection Cathedral. Der Name stammt von einem katholischen Priester namens Nikolai aus Russland, der die orthodoxe Kirche in Japan bekannt gemacht hat.

Die Nikolaikirche wurde 1891 vollendet und ist die erste Kirche in dieser Größe, die in Japan im byzantinischen Architekturstil gebaut wurde. Es wird angenommen, dass es viele anonyme Spender aus Russland gab. Im Großen Kantō-Erdbeben von 1923 nahm die Kirche großen Schaden, wurde aber dank der Unterstützung japanischer Gläubiger, des Innenministeriums und anderen bis 1929 vollständig rekonstruiert. Im 2. Weltkrieg nahm sie keinen Schaden durch Luftangriffe, nach dem Krieg wurde jedoch die Fläche großzügig verringert und die Kirche nahm ihre heutige Gestalt an. 1962 wurde sie als wichtiges Kulturgut deklariert.

 

Besichtigungen der Nikolaikirche sind möglich. Bitte beachten Sie jedoch Anweisungen des Personals. (Photo by Wiiii/ CC BY-SA 3.0)

Was ist eine Brücke Die Verbindung von zwei Welten

Obwohl es in Babylon und China bereits im 5 und 6. Jahrhundert vor Christus Brücken aus Stein gab, hat sich die Brückentechnologie in Japan von damals bis zur Edo-Zeit nicht weiterentwickelt. Der Grund dafür ist unklar. Es wird vermutet, dass es daran liegen könnte, dass Japan keine großen Militärexpeditionen unternommen hat, wobei Kontinente überquert wurden oder daran, dass Flüsse in Japan schnell fließen und sich der Wasserlauf plötzlich ändert.

In der Edo-Zeit wurden in Städten wie Edo, Ōsaka und Kyōto Wasserstraßen genutzt, daher gab es viele Brücke. Wenn man jedoch Japan als Ganzes betrachtet, war es üblicher, sich auf ein Pferd oder in eine Sänfte zu setzen bzw. den Fluss mit einer Fähre zu überqueren.

Um zwei Welten zu verbinden, braucht man einen Vermittler. In Japan geht man davon aus, dass Verstorbene einen Fluss überqueren, um ins Jenseits zu gelangen. Dieser Fluss hat keine Brücke. Es gibt jedoch einen Fährmann. Weiterhin erzählt man sich in japanischen Geschichten, dass es unter Brücken oft spukt. Auch wird gesagt, dass Abe no Seimei, ein japanischer Kosmologe während der Heian-Zeit, seine Schutzgeister unter Brücken platziert hat. Volkskundlich betrachtet sind Brücken für die Japaner eine spezielle Konstruktion, die zwei Welten verbindet.

Die Hijiribashi befindet sich zwischen dem östlichen Yushima Tempel und der westlichen Nikolaikirche und verbindet diese zwei Welten miteinander. Wenn Sie in Kanda sind, lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen, eine Brücke zu überqueren, die östliche und westliche Welt miteinander verbindet.


Hier gibt es Informationen über den Übersetzungs- und Dolmetscherservice von transeuro.

Hier finden Sie weitere Blogartikel über Kanda.


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