Japan protestiert gegen Olympia – Finden die Spiele trotz Ausnahmezustand statt?

Der Ausnahmezustand wurde in Japan weiter verlängert und dauert nun in den betroffenen Präfekturen bis zum 20. Juni. Nichtsdestotrotz hält das IOC an der Idee fest, die Olympischen Spiele dieses Jahr stattfinden zu lassen.

Olympische Spiele trotz Ausnahmezustand

 

Laut dem Vizepräsidenten des IOC John Coates, werden die olympischen Spiele in Japan auch stattfinden, wenn in Japan im Juli noch Ausnahmezustand ist. Das japanische Organisationskomitee geht davon aus, dass für die Olympischen Spiele jeden Tag rund 230 Ärzte und 310 Krankenschwestern gebraucht werden. Allerdings sind Krankenschwestern auf Covid-Station jetzt schon überlastet und mehr als die Hälfte denkt wegen vieler Überstunden und einer schlechten Bezahlung über eine Kündigung nach.

 

Selbst die Japaner protestieren

 

Wie wir bereits in einem früheren Artikel beschrieben haben, sind öffentliche Proteste in Japan eher unüblich. Daher ist es umso verwunderlicher, dass immer häufiger von solchen Protesten gegen die Olympischen Spiele berichtet wird. Zuletzt machte ein Senior in Tokyo auf sich aufmerksam, in dem er täglich mehrere Stunden mit einem großen Schild durch die Stadt läuft, auf dem er darum bittet, die Olympischen Spiele zu verschieben.

Protestanten fordern eine Priorisierung der Menschenleben gegenüber den Olympischen Spielen. Am 14. Mai wurde auch eine Petition mit über 350.000 Unterschriften gegen die Olympischen Spiele an die Stadtverwaltung von Tokyo übergeben.  Diese wurde jedoch mittlerweile abgelehnt.

Die Stadtverwaltung von Tokyo arbeitet weiterhin daran, sichere Spiele zu realisieren. Wie genau man das erreichen kann, bleibt für mich fraglich. Selbst wenn es möglich wäre, stünden die Kosten wahrscheinlich in keinem Verhältnis zu dem Nutzen der Spiele. Ausländische Zuschauer dürfen nicht einreisen und die Mehrheit der Japaner ist gegen die Spiele und würde wahrscheinlich auch nicht zu den Sportveranstaltungen gehen, wenn inländische Zuschauer erlaubt werden. Durch die negative Presse rund um Olympia sind die Spiele auch für Sponsoren wenig interessant.

Für das IOC sind die Spiele eine wichtige Einnahmequelle

 

Abgesehen von dem sportlichen Wettkampf für die Athleten, die teilnehmen, ist der einzige Nutzen, den die Spiele noch haben, wahrscheinlich die Einnahmen, die das IOC durch den Verkauf der TV-Rechte machen würde. Diese stellen 75% der Einnahmen des IOC dar. Von den Einnahmen des IOC wird unter anderen die Aufwandsentschädigung des IOC Präsidenten Thomas Bach von jährlich 225.000 Euro für seine ehrenamtliche Position finanziert.  Die freiwilligen Helfer bei den Spielen, werden allerdings gebeten, ohne Aufwandsentschädigung bei den mitzuhelfen. Bach fordert, dass alle für die Olympischen Spiele Opfer bringen müssen. Doch welche Opfer bringt das IOC?

 

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